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Kabel, VDSL, DSL, LTE, UMTS oder Satellit

Wie unterscheiden sich die derzeit verfügbaren Technologien für den Internetzugang zuhause? Welche Technologie ist am leistungsfähigsten?

Internetanschluss über Kabel, Telekom-Leitung oder Stromnetz

Die Antwort in Kurzform als Topliste:

  1. Kabel-Internet
  2. VDSL
  3. DSL
  4. LTE
  5. UMTS/HSDPA
  6. Satellit
Wie diese Liste zu Stande kommt und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Technologien haben, erkläre ich dir im folgenden ausführlich.

Kabel Internet

Internet übers das Fernsehkabel wird in immer mehr Haushalten angeboten, welche bereits über einen Kabelanschluss verfügen. Mit Internet über das Fernsehkabel sind derzeit Bandbreiten von bis zu 150 MBit/Sek möglich (siehe Internetgeschwindigkeit). Damit ist das Kabel derzeit die schnellste Technologie.

  • Schnellste Technologie, stabile Geschwindigkeit.
  • Oft bestes Preis/Leistungsverhältnis
  • In der Regel sehr schnelle Einrichtung des Anschlusses

Ein weiterer Vorteil: Der Anschluss ist völlig unabhängig vom Telekom Telefonkabel. Er wird direkt durch den lokalen Kabelanbieter eingerichtet (z.B. Kabel Deutschland, Unitymedia, KabelBW,…). Da im Gegensatz zum DSL Anschluss hier nur ein Unternehmen beteiligt ist, geht das häufig sehr schnell. Meinen Unitymedia Anschluss habe ich z.B. an einem Donnerstag bestellt. Bereits am folgenden Montag wurde der Anschluss durch einen Techniker vor Ort freigeschaltet – gerade einmal zwei Werktage nach meiner Bestellung (Beweis).

Neben diesem organisatorischen Vorteil gibt es einen weiteren technologischen Vorteil: Im Gegensatz zu DSL Anschlüssen spielt die Entfernung von der Vermittlungsstelle zum Anschluss beim Internet über Fernsehkabel nur eine untergeordnete Rolle. In der Praxis kann über 160km Entfernung noch die volle Bandbreite erreicht werden. Bei DSL hingegen ist eine kurze Leitung zur Vermittlungsstelle von besonderer Bedeutung (allerdings existieren aus diesem Grund auch sehr viel mehr Vermittlungsstellen als im Kabelnetz).

 

VDSL

Darstellung der möglichen Bandbreit in Relation zur Entfernung für Kabel, VDSL, DSL

Mögliche Bandbreite nach Entfernung zur VSt. und Technologie. Anklicken zum Vergrößern.

Bei VDSL handelt es sich um eine Weiterentwicklung des klassischen DSL. Um hohe Bandbreiten (25 – 50 – 100 MBit) zu erzielen wird das Internetsignal per Glasfaser möglichst nah zum Kunden gebracht. Der verbleibende Weg wird über das herkömmliche Telefonkabel zurückgelegt, was im Idealfall nur wenige hundert Meter lang ist. Dies ist auch der Grund für die stark schwankenden Angaben zu erreichbaren Anschlussgeschwindigkeiten bzw. der VDSL Verfügbarkeit generell. Bereits bei knapp über einem Kilometer ist Schluss mit VDSL.

Genau wie bei DSL Leitungen auch sind die Anbieter für die Schaltung eines VDSL Anschlusses auf die Telekom als Inhaber der “letzten Meile” angewiesen. Der hohe Koordinationsaufwand und gegenläufige Interessen der beteiligten Unternehmen haben häufig zur Folge, dass man als Kunde relativ lange auf einen Anschluss warten muss. Die Zeit zur Schaltung eines VDSL Anschlusses kann zwischen einer Woche und über einem Monat liegen.

VDSL Anschlüsse werden derzeit von der Telekom, Vodafone sowie O2 geschaltet und sind bei gleicher Geschwindigkeit in der Regel teurer als vergleichbare Anschlüsse über Fernsehkabel.

DSL

Unter dem Begriff DSL werden die ADSL-ADSL2+ Technologien zusammengefasst. Dieser Anschlusstyp hat aufgrund des frühen Ausbaubeginns in Deutschland derzeit den höchsten Anteil. Genau wie VDSL setzt DSL auf das bestehende Telefonkabel auf. Das Internetsignal wird in der Regel über die Kupfer-Doppelader von der Vermittlungsstelle des Anbieters bis zum Kunden geführt. Mit DSL sind Internetgeschwindigkeiten bis zu 16MBit/Sek erreichbar. Die erreichbare Maximalgeschwindigkeit fällt jedoch mit steigendem Abstand zur Vermittlungsstelle schnell ab.

Im DSL Markt herrscht ein hoher Wettbewerb welcher zu günstigen Preisen geführt hat. Gleichzeitig sind allerdings viele Kunden mit dem Service ihres DSL Anbieters unzufrieden. Generell haben fast alle DSL Anbieter das Problem, von den Vorleistungsprodukten der Telekom (mindestens die letzte Meile, das Kabel zum Kunden) abhängig zu sein. Insbesondere die dadurch bedingten technischen und finanziellen Wechselwirkungen führen dazu, dass es hier immer wieder zu Reibungen zwischen den beteiligten Firmen kommt, welche sich nicht selten zu Lasten des Kunden auswirken.

Trotz aller Kritik ist der DSL Anschluss immer noch der Anschlusstyp mit der höchsten Verfügbarkeit. Er kann bedenkenlos bestellt werden, allerdings sollte man keine überzogenen Erwartungen hinsichtlich der Bereitstellungsdauer haben. Eine rechtzeitige Bestellung, idealerweise zwei Monate vor dem gewünschten Anschaltungstermin, hilft, böse Überraschungen zu vermeiden.

LTE

LTE ist der Nachfolger der UMTS/HSDPA Mobilfunknetze. Der Zugang erfolgt über ein Funknetz ohne physischen Anschluss in der Wohnung. Theoretisch lassen sich über LTE bis zu 300MBit/Sek übertragen, in der Praxis werden derzeit jedoch deutlich geringere Übertragungsleistungen erzielt. LTE wurde in Deutschland an die Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2 sowie E-Plus unter der Auflage lizensiert, zunächst ländliche Regionen zu versorgen, welche noch über keinen Highspeed Internet Anschluss verfügen. Aus diesem Grund stellt LTE in solchen Regionen oft die einzige Möglichkeit (abgesehen von Satellit) dar, mit hohen Geschwindigkeiten im Internet zu surfen. Die tatsächliche Anschlussleistung von einem LTE Anschluss ist stark abhängig von der Position der Antenne und der Signalstärke vor Ort.

Die Preise für den Internetzugang per LTE sind derzeit im Vergleich zu DSL und Kabelanschlüssen oft wenig attraktiv. Darüber hinaus beinhalten alle verfügbaren LTE Tarife Drosselungsklauseln. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit bei Erreichen eines bestimmten Datenvolumens für den Rest des Monats spürbar eingeschränkt wird. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein LTE Zugang für zuhause in der Regel nur dann, wenn kein DSL oder Kabel-Zugang möglich ist.

UMTS/HSDPA

Die UMTS/HSDPA Technologie wird primär für den mobilen Zugang zum Internet eingesetzt. Derzeit sind je nach Netz Bandbreiten von 3,6MBit-7,2MBit gängig und Maximalbandbreiten von 42MBit theoretisch möglich. Einige Anbieter (z.B. Vodafone) bieten inzwischen Pakete zur stationären Nutzung über UMTS/HSDPA an. Wie bei LTE kommen auch hier Drosselungsvereinbarungen zum tragen. Darüber hinaus hängt die tatsächliche Geschwindigkeit des Anschlusses stark von der Signalstärke vor Ort sowie die Nutzung der Technologie in der Nachbarschaft ab. Selbst bei optimaler Signalstärke kann die Geschwindigkeit starken Schwankungen unterliegen, da sich alle Nutzer die verfügbare Bandbreite im Empfangsbereich der Basistation teilen müssen. Als dauerhafte Zugangslösung zuhause ist UMTS/HSDPA aus diesen Gründen nur eingeschränkt sinnvoll.

Bei einigen Anbietern (z.B. Vodafone und 1&1) gibt es sogenannte “Surf-Sofort Pakete”. Dabei erhält der Kunde bis zur Schaltung seines endgültigen Anschlusses die Möglichkeit, kostenlos über das UMTS Netz von Vodafone ins Internet zu gehen. Angesichts der langen Wartezeiten bis zur Bereitstellung von DSL Anschlüssen sind diese Angebote gut geeignet um innerhalb kürzester Zeit einen Internet Zugang nutzen zu können und die Wartezeit bis zur DSL Schaltung zu überbrücken.

Satellit

Wenn alle Stricke reißen bietet sich der Internetzugang per Satellit an. Hierfür muss eine eigene Parabolantenne (Sat-Schüssel) installiert werden. Entsprechend ist eine freie Sicht auf den Himmel (Osten) notwendig. Aufgrund der langen Signallaufwege fühlt sich dieser Zugang immer recht langsam an, da die von den Datenpaketen zurückgelegte Strecke aufgrund des “Umweges über das Weltall” deutlich länger als bei jeder anderen Zugangstechnologie ist. Darüber hinaus ist der Zugang per Satellit aufgrund der teuren Satelliten Technologie kein Schnäppchen. Einen Internetanschluss per Satellit kann ich daher nur empfehlen, wenn keine andere Technologie zur Verfügung steht.

 

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